Der kleine Ort Zeddenick, 20 Kilometer östlich von Magdeburg, birgt ein kulturhistorisches Kleinod: Die romanische Dorfkirche, geweiht der heiligen Elisabeth. Diese Webseite stellt die Kirche und ihre Besonderheiten vor, gibt Einblicke in das Wirken des Fördervereins und die langwierige Restaurierung der Kirche.

Gottesdienste & Feiern in der Elisabethkirche

Nachdem die Umbauarbeiten im Deckenbereich beendet worden sind, freuen wir uns auf die Gottesdienste und Feste, die an den folgenden Terminen in der evangelischen Dorfkirche stattfinden werden:

  • Sonntag, 7. Oktober 2018 um 10 Uhr, Erntedankfest
  • Sonntag, 11. November 2018 um 10 Uhr mit Abendmahl
     
Wir laden herzlich dazu ein und freuen uns auf alle die kommen!

Die Kirchengemeinde, Der Förderverein


Die Elisabethkirche

Die Elisabethkirche wird urkundlich erstmals 1187 als selbständige Pfarrei erwähnt, und im Codex “Diplomaticus Anhaltinus” steht, dass diese Kirche 1190 von Papst Clemens III als “ecclesia” bestätigt wurde. Die Kirche ist aber älter, vermutlich aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Es ist ein für die Gegend typischer Bau mit Wehrturm, langgestrecktem Kirchenschiff, Chor und Apsis. Viele Teile sind noch aus dieser romanischen Zeit deutlich zu erkennen. Der Name “St. Elisabeth” wurde der Kirche erst später verliehen. Eine Abbildung der Heiligen Elisabeth ist in unserer Kirche nicht vorhanden.

Der Innenraum des Gotteshauses birgt so manche Kostbarkeiten: Im Chor und in der Apsis wurden Endes des 19 Jahrhunderts bei Vergrößerungsarbeiten der Apsisfenster romanische Wandmalereien entdeckt. Von der Gemeinde Zeddenick und dem Denkmalschutz Halle wurde der Restaurationsmaler August Olbers berufen, der von etwa 1900 – 1902 diese romanischen Malereien restaurierte. Er verwendete historische Farbtöne verwendete, verbunden mit der Intention des 19. Jahrhunderts.

In der Apsis sehen wir eine Inthronisation, Christus und Maria zusammen in der Mandorla. Solche eine Darstellung ist selten, meist wird Christus allein in der Mandorla und Maria außerhalb daneben gemalt. Zur Rechten könnte Johannes und zur Linken ein Märtyrer dargestellt sein. Umrahmt wird das Ganze von den vier geflügelten Evangelistensymbolen.

Unterhalb, teils zwischen den Apsisfenstern, befinden sich 8 Heilige, die der Maler Olbers durch getreu nachgemalte Kopien auf Stoff ergänzt hat. Man nennt solche aufgeklebten Stoffbilder Marouflagen (vom Französischen “maroufle” = Leim). Links im Chor auf der Nordseite sind unterhalb des Originalfensters aus der romanischen Zeit ebenfalls solche Marouflagen. Teils sind diese im Laufe der Zeit abgefallen, bzw. abgerissen worden. Leider! Denn inzwischen hat diese Art der Restaurierung großen kunstgeschichtlichen Wert. Auf der Nordseite müssen einmal 7 Heilige abgebildet gewesen sein Auf der Südseite befinden sich gleichen Friesen, so dass mit Bestimmtheit anzunehmen ist, dass dort vor dem Einbau des bunten großen Christusglasfensters ( um die Mitte des 19. Jahrhunderts) auch 7 Heilige dargestellt wurden. Vom Begriff der “14 Nothelfer” kann im 12 Jahrhundert vermutlich noch nicht gesprochen werden, jedoch sind die 3 heiligen Frauen (v.l.n.r.) heilige Margarete, die heilige Barbara und daneben die heilige Katharina dargestellt. Die anderen heiligen Männer sind trotz ihrer dazu gehörenden Attribute nicht klar zu identifizieren.

Im Chor steht der schöne gotische Altar von etwa 1420, eventuell aus der Parlerschule. Die liebliche Madonna lässt darauf schließen. Die Restaurierung dieses wertvollen Altarretabels begann im Juni 2004 und gestaltete sich schwierig. Zwei komplette Überarbeitungen hatten das Bild des Altares vollständig verändert. Mehrfach war der Rand, die Figuren und die Predella überstrichen worden. Der Hintergrund wurde seines schützenden Goldlackes beraubt, so dass das Silber darunter stark oxidierte. Die Schönheit dieser Figuren war nicht mehr sichtbar. Die Restauratorin, Frau Maria Meussling hat für den Förderverein aufgeschrieben , in welchem Zustand der Altar in ihre Werkstatt kam und wie wunderbar er nach seiner Restaurierung wieder seinen Platz in der Elisabethkirche gefunden hat.

→ Das Dokument über die Die Restaurierung des Altars heruntergeladen werden.

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